LincoNeo Mast ad us. vet., Lösung

Euterinjektoren für Milchkühe

 

LincoNeo Mast
 

Zusammensetzung
Lincomycinum 330 mg ut lincomycini hydrochloridum, neomycinum 100 mg ut neomycini sulfas, dinatrii edetas, aqua ad iniectabilia q.s. ad solutionem pro 10 ml.

Eigenschaften/Wirkungen
Lincomycin: Die antibakterielle Aktivität von Lincomycin, das zur Gruppe der Lincosamide gehört, richtet sich vor allem gegen grampositive Aerobier, Anaerobier und Mycoplasmen. Lincomycin ist gegen folgende Erreger wirksam: Aerobier: Staphylokokken, einschliesslich laktamaseproduzierender Stämme, Streptokokken, einschliesslich ß-haemolysierender Streptokokken, Erysipelotrix, Leptospiren, Mycoplasmen. Anaerobier: Clostridien, Actinomyces, Bacteroides, Serpulina hyodysenteriae. Lincomycin hemmt durch eine reversible Bindung an die 50-S-Untereinheit der Bakterienribosomen die bakterielle Proteinsynthese. Je nach Empfindlichkeit und Konzentration ist die antibakterielle Wirkung somit bakteriostatisch oder bakterizid. Die Resistenzentwicklung erfolgt langsam nach dem „slow-multistage”-Typ.

Neomycin: Das Wirkungsspektrum von Neomycin umfasst zahlreiche grampositive und gramnegative Bakterien (Staphylokokkus aureus, Streptokokkus spp., E. coli, Pseudomonas aeruginosa, Enterobacter aerogenes, Proteus vulgaris, Arten von Brucella, Pasteurella, Campylobacter und Salmonella sowie Mykobakterium). Neomycin wirkt bakterizid durch Hemmung der bakteriellen Proteinsynthese. Der Angriffspunkt ist die 30-S-Untereinheit der Bakterienribosomen, wobei es zu einer Hemmung der Proteinsynthese und zu Fehlern in der Translation des genetischen Codes an der m-RNS kommt. Eine vorliegende Resistenz gegen Neomycin erstreckt sich meist auch auf Kanamycin, z. T. auch auf Gentamicin und Dihydrostreptomycin.

Lincomycin und Neomycin in Kombination: In-vitro-Studien haben gezeigt, dass diese Kombination bakterizid wirksam ist gegen S. aureus und E. coli und bakteriostatisch wirksam gegen Streptokokkus spp. Ein Synergismus wurde gegen Staphylokokkus aureus nachgewiesen.

Pharmakokinetik
Bei vorschriftsmässiger Anwendung können folgende mittlere Konzentrationen von Lincomycin und Neomycin in jedem behandelten Viertel gemessen werden:

Antibiotikum     

Konzentration (ucg/ml)     
vor der Instillation
des 2. Injektors

Konzentration (ucg/ml)     
vor der Instillation
des 3. Injektors
Konzentration (ucg/ml)     
12 Stunden nach
der Instillation
des 3. Injektors
Konzentration (ucg/ml)
24 Stunden nach
der Instillation
des 3. Injektors

 

Linco­mycin

 

52,7

 

53,5

 

56,9

 

6,1

 

Neo­my­cin

 

27,2

 

29,9

 

28,0

 

4,9

Therapeutisch wirksame Spiegel oberhalb der MHK werden über die gesamte Behandlungsdauer und mindestens 12 Stunden danach aufrechterhalten.

Indiktationen
Zur Behandlung der durch lincomycin- und neomycinempfindliche Erreger hervorgerufenen Euterentzündungen bei laktierenden Kühen, verursacht durch: Staphylokokkus aureus, Streptokokkus agalactiae, Streptokokkus dysgalactiae, Streptokokkus uberis und Escherichia coli.

Dosierung/Anwendung
1 lnjektor (10 ml LincoNeo Mast) pro erkranktes Viertel 3-mal in 12-stündigem Abstand. lnsgesamt sind 3 Behandlungen pro erkranktes Viertel durchzuführen.
Vor der Behandlung die Zitzen gründlich reinigen, das Euter vollständig ausmelken und den Strichkanal desinfizieren. lnhalt des lnjektors nach Einführen der passenden Injektorspritze in den Zitzenkanal instillieren. Danach das Viertel massieren, um das Produkt in der Milchzisterne zu verteilen. Nach der Instillation die Zitzen mit einem Zitzentauchmittel behandeln.

Anwendungseinschränkungen
Kontraindikationen:
Resistenzen und Überempfindlichkeit gegen Aminoglykoside und Lincosamide. Bei vorliegender Leberfunktionsstörung sollte LincoNeo Mast nicht angewendet werden. Nicht kombinieren mit anderen Aminoglykosiden oder bakteriostatisch wirkenden Antibiotika.

Vorsichtsmassnahmen
Keine notwendig.

Unerwünschte Wirkungen
Bisher keine bekannt.

Absetzfristen
Essbare Gewebe: 3 Tage
Milch: 6 Tage

Wechselwirkungen
Zwischen Lincomycin und Clindamycin besteht komplette Kreuzresistenz; gegenüber Makrolid-Antibiotika wie Erythromycin, Kitasamycin, Spiramycin und Oleandomycin partielle Kreuzresistenz.
Bei gleichzeitiger Anwendung von Anästhetika bzw. Wirkstoffen mit neuromuskulärer Blockadewirkung (z.B. Tubocurarin, Gallamin, Pancuronium) verstärkt Lincomycin die Curare-ähnlichen Effekte dieser Muskelrelaxantien.

Sonstige Hinweise
Lagerung bei Raumtemperatur (15 - 25°C).
Ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit 'EXP' angegebenem Datum verwendet werden.

Packungen
Packung à 24 x 10 ml

Swissmedic 54 334 (A)
ATCvet-Code: QJ51RF03

Zulassungsinhaberin
Virbac (Switzerland) AG, Opfikon

Stand der Information: Oktober 2007